29.01.10

Integrationspreis des Saarlandes

Die Firma Manuel Jungmann, die Firma Philipp Goffing GmbH und die Gemeinde Illingen erhalten den Integrationspreis des Saarlandes
Eine erfreuliche Resonanz fand auch in diesem Jahr die siebte Auflage des Integrationspreises für beispielhafte Beschäftigung behinderter Menschen. Sozialministerin Kramp-Karrenbauer überreichte heute in Saarbrücken die in diesem Jahr mit jeweils 1.500 Euro dotierte Auszeichnung an drei Preisträger, die sich in besonderem Maße für die berufliche Integration schwerbehinderter Menschen engagieren.


Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr:
Die Firma Manuel Jungmann, Saarwellingen, ein Dachdeckerbetrieb, der ohne der Beschäftigungspflicht zu unterliegen, einen besonders betroffenen schwerbehinderten Menschen nach einer kurzen Probebeschäftigung mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag eingestellt hat. Die ständigen Bemühungen des Firmeninhabers, sein offener, motivierender und sensibler Umgang und sein soziales Verantwortungsbewusstsein gegenüber seinem behinderten Mitarbeiter gehen bei Weitem über das normal Übliche hinaus. Vorbildlich setzt die Firma Manuel Jungmann den Leitgedanken des Integrationspreises - eine Chance für Alle im Arbeitsleben – um.


Die Firma Philipp Goffing GmbH, Saarbrücken-Herrensohr, ist ein Familienbetrieb im Heizungs- und Sanitärbereich mit insgesamt 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Obwohl keine Beschäftigungspflicht von schwerbehinderten Menschen besteht, hat der Inhaber zwei Mitarbeiter mit einer Schwerbehinderung eingestellt. Beide Mitarbeiter können nur mit Helfertätigkeiten betraut werden, dennoch zahlt der Firmeninhaber vollen Lohn. Der soziale Gedanke, auch Menschen mit einer Behinderung den Weg in die Arbeit zu ebnen, ist hier vorbildlich umgesetzt.


Um die überdurchschnittlichen Anstrengungen des öffentlichen Dienstes bei der Eingliederung schwerbehinderter Menschen besonders zu würdigen, wurde der Preis in diesem Jahr erstmals in einer eigenen Kategorie „Öffentliche Arbeitgeber“ vergeben. Hier wurde die Gemeinde Illingen als Preisträger ausgezeichnet. Die Gemeinde verfügt seit Jahren über eine konstant hohe Beschäftigungsquote für schwer behinderte Menschen. Bereits im Jahre 2005 hat die Gemeinde Illingen mit dem Abschluss einer Integrationsvereinbarung als erste Gemeinde im Saarland eine Vorbildfunktion übernommen. Im Rahmen der Umsetzung dieser Vereinbarung wurde ein Aktionsprogramm „Integration in Illingen“, welches als Leitbild für die gesamte Gemeinde bezeichnet werden kann, aufgelegt. Inhalt dieses Programms ist unter anderem die barrierefreie Umgestaltung der Dienstgebäude der Gemeinde, die Einrichtung von Praktikums- und Ausbildungsplätzen eigens für schwerbehinderte Menschen und die Schaffung eines Dienstleistungszentrums, in dem behinderte Mitarbeiter einen Arbeitsplatz erhalten haben.


Ministerin Kramp-Karrenbauer zu den Gewinnern des Integrationspreises: „Die diesjährigen Preisträger haben sich in besonderem Maße für die berufliche Integration schwerbehinderter Menschen engagiert, was Dank und Anerkennung verdient. Das gezeigte soziale Engagement der beteiligten Betriebe und Dienststellen bei der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen soll anderen Unternehmen und Arbeitsstellen als Vorbild dienen und wird zur Nachahmung empfohlen. Die Preisträger haben das Recht sich für den Zeitraum von drei Kalenderjahren öffentlich, insbesondere in Kundenmitteilungen und Werbemaßnahmen, auf den Preis zu berufen.“


Wie die Ministerin weiter ausführte, zeigten praktische Erfahrungen, dass gerade in Klein – und Mittelbetrieben nicht alle Hilfe- und Unterstützungsmöglichkeiten zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen schwerbehinderter Menschen ausgeschöpft werden. Unternehmen fürchten irrtümlicherweise höhere Kosten oder den besonderen Kündigungsschutz. Hier bieten das Integrationsamt beim Landesamt für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz sowie die beauftragten Integrationsfachdienste im Saarland kompetente Beratung und passgenaue Lösungen für Menschen mit Behinderung am Arbeitsplatz an.


„Trotz innovativer Gesetzgebung und erweiterter Mitwirkungsmöglichkeiten ihrer betrieblichen Interessenvertretungen sind behinderte Menschen, insbesondere solche mit Schwerbehinderungen, im Erwerbsleben nach wie vor benachteiligt. Im Saarland sind rund 9.500 behinderte Menschen beschäftigt. Aktuell gibt es hierzulande rund 37.600 arbeitslos gemeldete Personen. Davon sind 2.163 Menschen mit Behinderungen. Dies entspricht einem Anteil von 5,75 Prozent. Ich appelliere daher an alle saarländischen Betriebe und Dienstellen, auch künftig schwerbehinderten Menschen mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu geben und ihnen somit mehr Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen.“


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